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Leblos heißt das Motto der dritten Woche. Was macht man daraus, was ist das überhaupt „leblos“ – einfach ein Ding, ein totes Etwas, ein Zustand, ein Gefühl? Ich kann mir vorstellen, dass die Leute, die mit machen, sehr unterschiedliche Vorstellungen haben werden.

Sari schreibt: Nun aber zum neuen Wochenthema, das diese Woche folgendermaßen lautet: Leblos
Das Thema ist dieses Mal ein Vorschlag von TillaPe und ich würde es gerne mit folgendem Zitat umschreiben:

„Das Gesicht der alten Dame schien leblos. Jede Falte, die das Leben geschrieben hatte, war zugespachtelt worden“
Enno Ahrens

Ich habe eine Weile nachgedacht und hatte auch schon ein paar Ideen, da fielen mir heute die Bilder aus dem Naturkundemuseum in Santa Barbara / Kalifornien wieder in die Hände. ( Das Museum war für Frankfurter eh ein Reinfall, wir sind vom Senckenbergmuseum verwöhnt, aber daran dachten wir vorher nicht. ) Leblos – das sind für mich die Dinge, die einmal voller Leben waren und die man dann zwecks Präparation und Präsentation des Lebens beraubt hat. Und es ist mir gleichgültig, ob es ein Bär ist, ein Adler oder ein Monarch-Schmetterling. Ich mag solche Ausstellungen grundsätzlich nicht, obwohl sie natürlich – das ist die andere Seite der Medaille – sehr informativ sind. Und es graust mich bei dem Gedanken, dass es immer noch Museen geben soll, in deren Kellern präparierte und ausgestopfte Pygmäen liegen oder entstellte Menschen, die man zu Lebzeiten schon als Kuriositäten auf Jahrmärkten herumreichte. Aber das ist ein anderes Thema.

leblos

< Zoom > anklicken für größer

Wenn man die Collage so betrachtet, dann sehen die Tiere darauf eigentlich gar nicht leblos aus. Es ist wohl die Kunst des Präparators diesen Eindruck zu erwecken. Trotzdem – sie wurden getötet, um ausgestellt zu werden (wobei manchmal auch durch Unfälle getötete Tiere verwendet werden, muss ich fairerweise dazu sagen). Adler und Puma habe ich nicht in Santa Barbara fotografiert sondern, wenn ich mich richtig erinnere, im Vorraum des Imaxkinos im Grand Canyon Village.

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2 Comments

  1. der greifvogel ist beeindruckend.
    eine super umsetzung zum thema.
    ich hatte ja auch so meine gedanken und kam immer wieder zur erkenntnis, dass nichts wirklich leblos ist, den in dem augenblick in dem es mein aufmerksamkeit erhielt, lebte es für diesen augenblick von mir beachtet zu werden …

  2. … das ist wirklich ein Volltreffer zum Thema, liebe Elke. Aber ich muss zugeben, daß sich mir beim Anblick von ausgestopften Tieren alle Haare aufstellen (und der Gedanke an Pygmäen in Kellern … entsetzlich, sowas gibt es wirklich??? ) und dass ich ein solches Museum niemals besuchen würde, wenn auch nur eins dieser Tiere vorsätzlich zwecks Ausstellung getötet worden wäre (und auch sonst wahrscheinlich nicht). Da bin ich halt etwas extrem *g*


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